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VERGANGENE GROSSTATEN: AXEGRINDER - Rise of the serpent men

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(1988 / 2006, UK, Peaceville, 63.53) 01. Never Ending Winter 02. Hellstorm 03. Life Chain 04. War Machine 05. Evilution 06. Rise Of The Serpent Men 07. The Final War 08. Malfunction [Bonus] 09. Virtual Reality [Bonus] 10. I Need Face [Bonus] 11. Slow Motion Rewind [Bonus] Ein eher besinnlicher, unverzerrter Gitarrenlauf zu Beginn, dann eine stampfend metallische Einleitung, wohin soll uns diese Scheibe noch führen? AXEGRINDER kommen aus dem England der späten 80er und haben ihr Album über Peaceville veröffentlicht, das kann also nur finsterster Grindcore sein. Okay, ganz so derbe sind sie nicht. Der erste echte Song „Hellstorm“ ist wuchtiger, dreckiger Metal mit thrashigen, punkigen und fett rock’n’rolligen Elementen, wie ein Mix aus CELTIC FROST, DISCHARGE und MOTÖRHEAD. So soll es dann auch weitergehen. Es groovt und treibt ohne Ende, nach den groovigen Passagen wartet man aber vergebens auf ein Blastbeatfeuerwerk. AXEGRINDER legen mehr Wert auf die ultimative Wucht denn auf sinnlose...

VERGANGENE GROSSTATEN: IL BALLETTO DI BRONZO - Sirio 2222

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(1970, Italien, RCA, 39.50) 01. Un posto 02. Eh Eh Ah Ah 03. Neva calda 04. Ma ti aspetterò 05. Meditazione 06. Girotondo 07. Incantesimo 08. Ti risveglierai con me 09. Missione Sirio 2222 Diese Band hat einige Jahre später mit "Ys" einen der Klassiker des italienischen Progrock abgeliefert, davon waren sie 1970 allerdings noch weit entfernt. Ich kann daher die Bedenken und Aversionen von Progfans verstehen. So sind sie auf den Babyblauen Seiten gar abscheulich für ihr psychedelicrockiges und poppiges Treiben auf "Sirio 2222" gedisst worden. Ich teile die Auffassung des dortigen Rezensenten nicht, denn Genialität drückt sich nicht darin aus, welches Genre man bedient. Auf dem knapp vierzigminütigen Album von 1970 finden sich neun Stücke mit starker Bindung an die gerade eben erst verklungenen Sechziger, was sich in Mixturen aus schönem, leicht hysterischen Pop und wilden Fuzzgitarrenausbrüchen mit tosend wirbelndem Schlagzeug äußert. Der Bluesrock jener Tage hat eb...

VERGANGENE GROSSTATEN: THE GROUNDHOGS - Blues obituary

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(1969, UK, EMI, 32.40) 01. B.D.D. 02. Daze Of The Weak 03.Times 04. Mistreated 05. Express Man 06. Natchez Burning 07. Light Was The Day Auf ihrem dritten Album von 1969 hatten die GROUNDHOGS um den unverwüstlichen Tony Mc Phee ihre erste Hochphase erreicht und zeigten die zukunftsweisende Richtung ihrer Musik. Bluesrock der höchstelektrisierten Art, oft wild und heavy mit brodelnden, jaulenden Gitarren und Rhythmen so aufgewühlt wie ein sturmgepeitschtes Meer. Der Opener "B.D.D." ist schon ein gutes Beispiel, geprägt von einem markanten Leitriff, feurigen Gitarrensoli, einer sich langsam steigernden Intensität und Tony Mc Phees warmer Bluesstimme. Der Ursprung, die Seele des Stückes ist Rhythm 'n' Blues in Reinkultur, aber der Ausdruck ist urbaner Undergroundrock aus den Kellergewölben. "Daze of the weak" (geiles Wortspiel als Titel) beginnt als relativ traditioneller R&B Song, entwickelt sich jedoch zu einem wuchtigen Rock Jam mit zornigen, aber melod...

VERGANGENE GROSSTATEN: FANTASY - Fantasy

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(1970, USA, 40.45) 01. Happy 02. Come 03. Wages of Sin 04. Circus of Invisible Men 05. Stoned Cowboy 06. Understand 07. What's Next Oh wow, was ein Knalleralbum. Jazzig progressiver Psychedelicrock mit einer nahezu dämonischen Sängerin, die trotz der angeblich erst 16 jungen Jahre, die sie damals gewesen sein soll, eine vollweibische Stimme besitzt, die sie direkt neben grandiosen Größen wie Grace Slick oder Julie Driscoll - Tippets oder Jinx Dawson positioniert. Phreaky. Die Musik an sich ist sehr anregend, voller wilder Melodien, die sich zwischen Folk, Klassik, Soul und Psychedelic bewegen. Viele verspielte, zappelige Passagen treffen auf ruhige, schwebende Abschnitte. Momente mit eben jenem inbrünstigen Gesang auf entspannt rockende instrumentale Einlagen. Klassischer Progrock von 1970, der eher europäisch anmutet, also urbritisch sozusagen, wird hier von einer noch sehr ungezähmten Amiband mit einer unwiderstehlichen Kraft dargeboten, die schon fast verboten ist. Wenn die Säng...

VERGANGENE GROSSTATEN: MOVING GELATINE PLATES - Moving gelatine plates

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(1971, Musea, Frankreich, 36.15) 01. London Cab 02. X-25 03. Gelatine 04. Last Song 05. Memories Nicht allein MAGMA und ANGE waren kultige französische Progrockexporte, auch diese etwas weniger bekannte Band konnte gut Punkte einfahren. Die sich bewegenden Gelatineteller würde man wohl ohne Vorkenntnisse eher nach England in die Canterbury Szene einordnen, denn schon beim Opener "London cab" wird klar, dass hier der Jazzrock dominiert. Ein wilder bis entspannter Jazzrock mit leicht psychedelischen Anwandlungen, zum größten Teil instrumental gehalten mit ein paar gesprochenen Passagen dabei wird uns auf dem ersten Stück kredenzt, kann auch schon mal in groovigen Hardrock mit Gesang und Begleittrompete abdriften, bleibt dem ursprünglichen Stil jedoch treu ergeben. Das Schlagzeug ist verrückt, wirbelt und groovt als gäbe es kein Morgen mehr, aber genau so ist der gesamte Song. "X - 25" beginnt schräg und gemässigt freejazzig, wird dann etwas geradliniger mit fuzziger ...

VERGANGENE GROSSTATEN: FRUMPY - 2

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(1971, Deutschland, Phillips, 39.46) 01. Good Winds 02. How The Gipsy Was Born 03. Take Care Of Illusion 04. Duty Eine der vielen genialen Platten aus deutschen Landen war dieses Zweitwerk der Hamburger FRUMPY um die immer noch höchst aktive Gesangslegende Inga Rumpf. Mit dabei waren u.a. der später als Hörspielsoundtrackmacher bekannt gewordene Carsten Bohn am Schlagzeug und Jean - Jacques Kravetz als Keyboarder, pardon, Organist. Nun, worauf lässt man sich ein, wenn man sich die vier überlangen Stücke zu Gemüte führt? Der Opener "Good winds" beginnt eher getragen, fließt dahin mit betörenden Gesangsmelodien, die durch Halleffekte abgeflogen psychedelisch wirken. Die Orgel sorgt für eine feierliche Grundstimmung, während von der Gitarre schöne Slides kommen. Das Stück hat ein verträumtes West Coast Feeling, welches mit eher britischen Elementen, pastoral folkigem Psychedelicsound, angereichert wird. Im Mittelteil geht es wilder zu, da kommen die klassischen und folkloristisc...

VERGANGENE GROSSTATEN: Finch - Thunderbird

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(Australien, 1976, Eagle Records, 39.03 min) 01. Stay 02. Pink spiders 03. Hey Spunky 04. Poser 05. Crystal Country George 06. Sail away 07. Valley of tears 08. One nighter 09. Mushroom Das Album der Band Finch, mitbegründet vom ehemaligen AC/DC Basser Mark Evans, entspannt mit dem Song "Stay", der mit schönen akustischen Gitarren und verträumter Gesangsmelodie die Sinne betört. Ein paar Rockgitarren treten für den Refrain hinzu, bleiben aber nicht lange. Sehr peacige Stimmung, welche hier verbreitet wird. "Pink spiders" ist ein erdiger Groover mit cooler Gesangslinie, die Gitarren sind kraftvoll, spucken feine Riffs aus, die Dich sofort einspinnen und in Verbund mit den Rhythmen in Ekstase versetzen. "Hey Spunky" ist erdiger Hardboogie, der zwar nicht unbedingt aus dem Rahmen fällt, jedoch durch seine sympathisch ehrliche Art den Hörer mitzuziehen weiß. Geil ist dann das eher getragene "Poser" mit coolen Melodien, eindringlichen Riffs, einer da...

VERGANGENE GROSSTATEN: GURU GURU - Wiesbaden 1972

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(D, 1972/2006, Garden of Delights, 74 min) 01. Oxymoron 02. Baby cake walk 03. Ooga booga GURU GURU gehören zu den Urvätern des Krautrock, haben das Jammen von bis zu 30 minütigen Stücken Kultiviert und während ihrer Triophase bis Mitte der 70er den einen oder anderen Klassiker geschaffen. Auf dem vorliegenden Album, welches am 04.11.1972 von einem Freund der Band aus der XHOL CARAVAN Kommune mittels modernster Aufnahmetechnik (für Konzerte der damaligen Zeit) mitgeschnitten wurde, ist das erste Mal ein neuer Bassist zu hören, Bruno Schaab, ehemals bei den Protometallern NIGHT SUN (Album "Mournin", 1971), der Uli Trepte nicht nur ersetzen, sondern die durch seinen Abgang entstandene Lücke adäquat füllen sollte. Drei Stücke enthält dieses erst vor ein paar Jahren regulär vom Garden of Delights ( http://www.diregarden.com/ ) Label veröffentlichte Album, drei Stücke, von denen keines unter zwanzig Minuten liegt. Auf dem Opener "Oxymoron" jammen sich GURU GURU bereits i...