Montag, 26. September 2011

AMBER - Pearls of Amber



(UK, Merlins Nose, 1971/2011, 23.55)
01. Sea Shell Rock Me
02. White Angel
03. Swan in the Evening
04. Sing on the Sunlight
05. Sea Shell Rock Me (alt. version)
06. Earlie in the Morning AMBER waren ein Duo aus dem Umfeld des schottischen Singer / Songwriter und Acidfolk Königs Donovan Leitch (u.a. "Hurdy gurdy man", "Atlantis") und somit darf man auch bereits auf die Musik der beiden damals noch jungen Herren schließen. Es ist sicher eine einfache, geradlinige Musik, melancholisch, aber lebensfroh, nachdenklich, aber voller Glück und Zufriedenheit. Akustische Gitarre, verspielte Sitarläufe, dezente Rhythmen mit perkussivem Charakter und ein sehnsuchtsvoller, sanfter Gesang bestimmen das 1971 aufgenommene, aber erst im Jahre 2000 posthum auf LP veröffentlichte Werk, welches mit sechs Songs bestückt gerade auf knapp vierundzwanzig Minuten Musik kommt. Mager, eventuell, aber es gibt ja die Repeat Taste und daher kann man sich die fünf schönen Nummern und den Alternativetake von "Sea shell rock me" den ganzen Tag über wieder und wieder anhören. Und ich muss sagen, dass ich mir das gute Stück bereits zum wiederholten Mal gebe und die wunderschöne, friedfertige Stimmung, die kleinen, einschmeichelnden Melodien und das zwar nicht ausufernd wilde, aber trotzdem gute Spiel der Musiker verpackt in zauberhafte Songs mich erst langsam in Fahrt bringt. Da sind noch ein paar Durchläufe mehr drin. Dieses Minialbum bringt einem Bilder von betört in der Abendsonne tanzenden Hippies in langen bunten Gewändern oder splitternackt in den Kopf, die Atmosphäre ist entspannt, frei und lebensbejahend. Auch wenn die Songs an sich strikt durchkomponiert sind, die instrumentalen Momente haben schon jammigen Charakter und ziehen Dich mit ihrer Lockerheit so sehr in ihren Bann, dass Du geneigt bist, mit Stiften auf Kaffeetassen, Gläsern oder den Schirmen von Bürotischlampen herumzuklopfen und mitzusingen. Wer sich auf Donovan und gerade dessen jammigere Momente beruft, der muss AMBER anchecken. Gibt es bei www.merlins-nose.com

Freitag, 16. September 2011

WICKED MINDS - Visioni, deliri e illusioni


(2011, Italien, Black Widow Records)
01. Caronte I
02. L’Uomo
03. Un Posto
04. Dio del Silenzio
05. La Prima Goccia Bagna il Viso
06. Figure di Cartone
07. Un’Isola / Un Illusione da Poco / Clessidra
08. Dentro Me
09. Io, La Strega
10. Zarathustra
11. Un Villaggio, un’Illusione
12. Farfalla senza Pois
13. La Carroza di Hans
14. Impressioni di Settembre
Der Nachfolger zum 2006 erschienenen „Witchflower“ Album war ja lange überfällig und die WICKED MINDS aus Italien haben sich die Zeit nehmen müssen, denn es sollte ein sehr eigensinninges Projekt werden. Nicht alleine, dass sie für den italienischen Progressivrock der 70er das sein wollten, was die Pfälzer ROXXCALIBUR für den NWoBHM Sound sind, es mussten auch der eine oder andere Musiker jener von den WICKED MINDS auf ihre ganze eigene Weise neu interpretierten Bands dabei sein, um einen Hauch des Flairs der Originale zu versprühen. Und das funktioniert, auch wenn man mit vielen Problemen, u.a. einem Wechsel auf dem Posten des Leadsängers, zu kämpfen hatte. War auf den zwei Vorgängern noch der bluesige Sänger J.C. Cinel Hauptträger der Stimmarbeit, so haben sich die Altherrenrocker nun eine junge, sehr begabte Dame ans Mikro geholt, die für die Zukunft die Alben veredeln wird. Zudem fand sich in der bezaubernden Sophya Bacchini (PRESENCE) eine mehr als passende Gastsängerin für die eine oder andere Coverversion. J.C. ist hier noch bei den meisten Stücken zu hören, offiziell aber nur noch als Gast aktiv. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Was bringt uns die Scheibe denn jetzt? Der auf „From the purple skies“ und „Witchflower“ zelebrierte verspielte Acidhardrock mit tollen Keyboardeinlagen von Paolo „Apollo“ Negri wurde für die den Originalen gerechte Umsetzung der Songs weiter an den Rand geschoben, andere Stilistiken progressiver Rockmusik nahmen weitestgehend seinen Platz ein. Natürlich haben Stücke von IL BALLETTO DI BRONZO, den NEW TROLLS, NUOVA IDEA oder THE TRIP auch den Anspruch, mit hardrockigen Momenten zu glänzen, aber dies sind stets nur Farbtupfer im Gesamtbild. Hier wird weiter ausgeholt in epischem Rahmen. Dass trotz der verschiedenen Sänger ein einheitliches Album entstanden ist, verdanken wir dem grandiosen Gitarrenspiel von Lucio Calegari und dem Keyboardspiel Apollo Negris, welche beide durch ihre Technik und ihren Ausdruck den Sound des Albums prägen. Spieltechnisch sind hier natürlich nur absolute Könner am Werk. Der Klang des Meisterwerkes ist natürlich recht frisch, aber doch erstaunlich natürlich und den Originalen angemessen. Einigen Originalen bin ich schon begegnet, so „Figure di cartone“ von meiner Italoprogpolepositionplatte „Uomo di pezza“ von LE ORME, bei der sogar der Originalsänger Aldo Tagliapietra das Mikro schwingt oder dem dunklen und geheimnisvollen „Zarathustra“ von MUSEO ROSENBACH, ebenfalls vom Originalsänger Stefano „Lupo“ Galifi (heuer bei den grandiosen Italoproggern IL TEMPIO DELLE CLESSIDRE aktiv) intoniert. Ein paar Stücke sind mir neu, viele hab ich aber bereits wahrgenommen. Und selbst für mich als eingefleischten 70s Proghasen ist das hier eine wahre Fundgrube, obschon ich die Bands oft kenne. Wer sich bisher noch gar nicht mit der Materia Italoprog beschäftigt hat, wird Bauklötze staunen, welch famose Kompositionen es aus diesem Bereich gegeben hat. Und glaubt mir, das hier ist nur die Spitze eines gigantischen Eisbergs. Insgesamt ein wirklich tolles neues Album für die WICKED MINDS und eine ehrenhafte Würdigung der italienischen Progbands der 70er, ein Appetizer für zukünftige Fans, die gerne auf Entdeckungsreise gehen. Es lohnt sich.

Mittwoch, 7. September 2011

LINUS RIP 1999 - 07.09.2011



Für den besten Mäusebären und tollsten Schnurrsack, den es je gegeben hat. Ich warte auf Dich! Finde schnell eine neue physische Existenz und komm zu mir zurück!